Das Dolinenfeld in den Maierwiesen

Abstieg von der Sandhalle zur Großen Halle
Bild: Die Maierwiesen im Winter

Wir haben schon mehrfach über Dolinen geredet, als typische Hohlform des Karstes, die am Beispiel der Feldhüle als Grundlage für eine künstliche Hüle diente oder auch natürlich plobiert wie vermutlich die Hagsbuchhüle. Auch als Schlucklöcher treten sie in Erscheinung.

Man unterscheidet zwei komplett unterschiedliche Typen von Dolinen,

  1. die Lösungsdoline entsteht durch Lösung des Kalks an der Oberfläche.
  2. die Einsturzdoline (Erdfall) entsteht durch den Einsturz eines darunterliegenden Höhlensystems.

Das Dolinenfeld hier ist ganz typisch für Einsturzdolinen. Ein darunterliegendes Höhlensystem ist an mehreren Stellen eingebrochen und hat so eine Gruppe von kleineren, nahe beieinander liegenden Dolinen erzeugt. Typisch ist auch die Aufreihung der Dolinen am Verlauf des darunterliegenden Höhlengangs.

Bild: Hagsbuch, Maierwiesen, im Vordergrund Feldhüle.

Ein Höhlensystem verändert sich im Laufe der Zeit, neben Lösung ist auch Versturz ein wichtiger höhlenbildender Prozeß. Im Laufe der Zeit brechen immer wieder Gesteinsblöcke von der Höhlendecke und bilden am Höhlenboden aufgelockertes Blockwerk, sogenannten Versturz. Dadurch steigt der Höhlenraum scheinbar in die Höhe, und wenn die Höhle nahe genug an der Erdoberfläche liegt, wird der Einsturz irgendwann auch an der Oberfläche sichtbar.

Bei großen Hohlräumen kommt es zur Bildung von Höhlenruinen, wie dem Hohlen Stein. Wenn die Höhle tiefer liegt, oder kleiner ist, kommt es dagegen lediglich zu einem Einbruch an der Oberfläche, durch den aber die Höhle selbst nicht zugänglich wird. Eine Hohlform, meist schachtförmig mit steilen Wänden und Versturz am Boden entsteht. Nach gewisser Zeit wird der Boden der Doline durch eingeschwemmte Erde und Vegetation bedeckt.

Kleine Erdfälle entstehen mehrmals jährlich und sind für Landwirte eine ungeliebte Erscheinung. Sie stellen eine Störung dar und bergen natürlich auch die Gefahr eines Unfalls. Deshalb werden sie meist schnell mit Bauschutt oder Erdreich aufgefüllt.

Dagegen wäre eigentlich nichts zu sagen, doch werden häufig wichtige Grundregeln mißachtet. Erdfälle entstehen an einer Störung im Gestein und bieten so einen besonders schnellen Weg ins Grundwasser. Wenn die Doline verfüllt wird, wird das Auffüllmaterial bei jedem Regen von großen Mengen Wasser durchflossen. Werden also zum Verfüllen Abfälle verwendet, gelangen sehr leicht Giftstoffe in großen Mengen ins Grundwasser.

Im Rahmen der Flurbereinigung wurden verschüttete Dolinen wieder ausgebaggert. Es wäre wünschenswert, daß diese Karsterscheinungen zukünftig noch bewußter der Landschaft erhalten blieben.