Sicherheitskonzept für erlebnispädagogische Höhlentouren mit Jugendlichen

Höhlenschutz

  Der Höhlenschutz ist eine sehr wichtige Sache, da man sich in einer Höhle in einer sehr alten und über eine sehr lange Zeit entstandenen Umgebung bewegt. Entsprechend empfindlich ist auch die Biologie in einer Höhle.
Müll - Keinen Müll wegwerfen - nichts zurücklassen -  gegebenenfalls gefundenen Müll mitnehmen. Je tiefer man in eine Höhle eindringt, desto weniger Mikroorganismen lassen sich finden. Die Zersetzung von Abfallstoffen geht daher extrem langsam. Jeder zusätzliche Abfall stört das noch vorhanden Leben. [20]
Tropfsteine
  • Keine Tropfsteine anfassen – Dreckfinger lassen den Glanz verblassen – Tropfsteine auf denen Fett ist, wachsen nicht weiter
  • Auf keinen Fall Tropfsteine abbrechen – Respekt vor Zeit der Entstehung
  • Sich an engen Passagen vorsichtig an Tropfsteinen vorbeibewegen
    • Alle natürlichen Funde in der Höhle belassen
    • Keine Namenszüge oder ähnliches auf den Höhlenwänden hinterlassen
Lebewesen
  • Keine Lebewesen stören (nicht berühren - Tiere, Insekten, Pflanzen)
  • Fledermäuse nie direkt anleuchten evtl. schlafende Fledermäuse sind sehr lichtempfindlich. Sie wachen erst zeitverzögert auf, so dass der Eindruck entsteht, als merken sie nichts. Das Aufwachen kostet sie jedoch sehr viel Energie und mindert daher ihre Überlebenschancen. Für eine Fledermaus im Winterschlaf kann dies leicht tödliche Folgen haben. [21]
  • Sich ruhig verhalten, die Tiere in der Höhle sind hier, weil sie Ruhe suchen
  • Auf dem Weg zur Höhle keine Abkürzung nehmen (keine Wege abschneiden)
Sperrzeiten
(Fledermausschutz)
Saisonale Sperrzeiten sind einzuhalten, da Fledermäuse zwischen Oktober und Ende April ihren Winterschlaf abhalten. Alle nicht wasserführenden Höhlen der Schwäbischen Alb sind daher 15. November bis 15. April gesperrt. Weitere Infos hierzu geben die jeweiligen Landesverbände (für Höhlen- und Karstforschung) oder der VdHK. [22]
Fotographieren

Man muss sehr nahe ans Objekt herantreten, da die Höhle fast jeden Blitz schluckt. Fledermäuse jedoch leiden unter dem "Beschuss" von Fotoblitzen und wachen auf. Im Winterschlaf könnte das für die Tiere den Tod bedeuten.