Nach dreijährigen Vorarbeiten eröffnet der Laichinger Höhlen- und Heimatverein offiziell sein neues Museum an der Tiefenhöhle. Mit Hilfe von anschaulichen Grafiken, Modellen und einer Filmdokumentation erhält der Besucher Einblick in die Karstlandschaft der Alb.
Laichingen Aktiv forschen zu können, ist für die Besucher der Laichinger Tiefenhöhle besonders attraktiv. Tritt man in das neue Museum, sieht man schon Besucher mit einer Taschenlampe an einem großen Karstmodell: Sie leuchten in die kleinen Höhlengänge, in denen Höhlenforscher bei der Arbeit zu entdecken sind, und finden verschiedene Höhlentypen, eine Wasserhöhle, eine Schachthöhle oder eine fossile Höhle. Einige Schritte weiter können sich die Besucher mit einem Peilkompass und einem Neigungsmesser als Ingenieure betätigen: Mit diesen Geräten ist es möglich, die Neigung und den Verlauf eines Höhlenganges festzulegen.
Solche Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden, nehmen im neuen Museumskonzept des Höhlen- und Heimatvereins einen wichtigen Platz ein: "Der Besucher setzt sich so intensiver mit den Exponaten auseinander", meint der Geologe Dr. Wolfgang Ufrecht, der mit acht anderen ehrenamtlichen Höhlenforschern des Vereins das Konzept für das neue Museum entwickelt hat. Rund 125 000 Euro haben die neuen Ausstellungsstücke gekostet und den Mitarbeitern viel Arbeit abverlangt. "Wir sind stolz darauf, dass wir das ehrenamtlich geschafft haben", kommentierte Ufrecht. Ein Teil der Kosten wurde durch Zuschüsse von der Stadt, dem Landkreis, einer Stiftung und privaten Spendern finanziert, ein anderer Teil muss nun vom Verein durch die Tätigkeit im Höhlenrestaurant und die Führungen durch die Tiefenhöhle bei jährlich rund 35 000 Besuchern erwirtschaftet werden. Das Museum selbst ist kostenlos.
Die Höhlenforschung hat im Laichinger Verein eine lange Tradition. Ein kleines Museum gab es seit 1961 schon an der Tiefenhöhle. Das war mit seinen vielen, meist unkommentierten Ausstellungsstücken allerdings nicht mehr zeitgemäß. Die Idee des Vereins war nun, theoretische Informationen zur Karstlandschaft der Alb mit der praktischen Anschauung beim Rundgang in der Tiefenhöhle zu verbinden. So sind nicht nur Wanderer und Erholungssuchende Zielgruppe des neuen Museums, sondern vor allem auch Lehrer, Schüler und Studenten, die sich mit dem Thema Höhle und Karst auseinander setzen.
Ein Prunkstück des neuen Museums ist natürlich das riesige Skelett eines Höhlenbären. In anschaulichen Grafiken und Texten wird über den geologischen Aufbau der schwäbischen Alb berichtet, über das Entstehen und Vergehen von Höhlen, über Tropfsteine und Minerale, Höhlentiere und die Höhlenforschung. Ein 12-minütiger Film von Uwe Krüger erzählt über die Arbeit von Höhlenforschern. Besonders gelungen sind auch die Gucklöcher, hinter denen der Besucher kleine Höhlenbewohner entdecken kann: Je nach Temperatur- und Lichtverhältnissen bestimmte Spinnen oder gar einen Grottenolm.
Die offizielle Eröffnung des Höhlenmuseum ist am morgigen Sonntag ab 11 Uhr im Höhlenrasthaus. Es spielt die Laichinger Stadtkapelle.
Erscheinungsdatum: Samstag 8.6.2002
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