Aktuelles aus der Presse

Höhlenmuseum

Autor: Michael Rahnefeld

Laichingen (ra) An der Laichinger Tiefenhöhle wird am kommenden Sonntag ein Höhlenmuseum eröffnet. Es ist das einzige seiner Art in Süddeutschland. In Ergänzung zur Schauhöhle ist damit ein Informationszentrum zum Thema Karst und Höhle entstanden.

Als einzig ausgebaute Schachthöhle Deutschlands ist die Laichinger Tiefenhöhle (Alb-Donau-Kreis) auch international bekannt. Im neuen Rasthaus über der Höhle hat der Höhlen- und Heimatverein Laichingen jetzt mit hohem ehrenamtlichen und finanziellem Aufwand eine Ausstellung geschaffen, die eine optimale Verknüpfung von theoretischer Information und praktischer Anschauung bietet.

Damit wird nach Aussage des Geowissenschaftlers Wolfgang Ufrecht ein breites Besucherspektrum angesprochen. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern und Vereinskameraden führte Ufrecht Regie bei Konzeption und Ausgestaltung der Informationsschau. Wanderer, Erholungssuchende, aber auch Schulklassen und Studenten können hier viel über die Geheimnisse im Inneren der Schwäbischen Alb erfahren. Die Themenpalette reicht dabei von Erklärungen zum geologischen Aufbau und der Verkarstung des Mittelgebirges bis hin zur Biologie in Höhlen. Eingegangen wird auf den einstigen Höhlenbären, das Leben der Fledermaus wird anschaulich vorgestellt und die Höhlenforschung selbst, die den Ursprung in ihrer organisierten Form vor mehr als 100 Jahren ebenfalls auf der Schwäbischen Alb hatte, thematisiert. "Das Museum trägt zu einem vertieften Verständnis der komplexen Zusammenhänge bei, es vermittelt, dass Höhlen wichtige erdgeschichtliche Zeugnisse und einzigartige Lebensräume sindł, sagt Wolfgang Ufrecht.

Um modernen museumspädagogischen Ansprüchen gerecht zu werden, orientierten sich die Museumsmacher an dem Motto "Sehen und Erleben". Konkret heißt das, der Museumsbesucher muss beim Rundgang durch die über 100 Quadratmeter große Halle teilweise selbst tätig werden, will er sich intensiver mit den Exponaten auseinandersetzen. So kann er sich beispielsweise als Vermessungsingenieur versuchen und einen Streckenzug mit speziell für Höhlen entwickelten Messgeräten nachmessen. Hinter mit Lupen versehenen Gucklöchern findet er winzige Höhlentiere, und der Nachbau eines nach oben hin offenen Schachtes lässt die Funktion solcher Ökosysteme erkennen. Besonders beachtenswert ist ein riesiges Modell, mit dem die Karstlandschaft der Alb nachgebildet wurde. Ein zwölfminütiger Videofilm beantwortet darüber hinaus viele Fragen an den Höhlenforscher. Der Eintritt ins Museum ist frei.