Sie sind geheimnisvoll, von Sagen umwoben und oft auch gefürchtet. Aber seit
jeher haben sie die Menschen auch magisch angezogen, die Höhlen der
Schwäbischen Alb. Eine der außergewöhnlichsten Höhlen, die dazu noch von
jedermann besucht werden kann, ist die Laichinger Tiefenhöhle. Michael
Rahnefeld berichtet.
Der Sandgräber Johann Georg Mack, der im Sommer 1892 beim Sandschürfen in der Schallenlauh zufällig auf die Tiefenhöhle gestoßen war, könnte heute stolz auf seinen "Fund" sein, der zu den bedeutendsten Schauhöhlen Deutschlands zählt.
Nahezu 40000 Besucher wagen sich jährlich über Stufen und Treppen rund 55
Meter tief in die Schwäbischen Alb hinein, um beim Gang durch das elektrisch
ausgeleuchtete Karstobjekt sowohl den Schichtaufbau der Weißjura-Kalke wie
auch Verkarstungsprozesse und Karststrukturen begutachten zu können. Nicht
umsonst wird die Tiefenhöhle deshalb auch als "geologisches Röntgenbild der
Schwäbischen Alb" bezeichnet. Mit einer erforschten und vermessenen
Gesamtlänge von 1285 Metern gilt sie momentan als fünftlängste Höhle der
Alb. Mit 80 Metern ist sie momentan auch offiziell noch die tiefste.
Über zahlreiche Eisentreppen verläuft der 320 Meter lange Führungsweg durch ein Labyrinth von vertikal und horizontal verknüpften Hohlräumen. Enge Gänge, riesige Hallen und Schlote erwarten den Besucher. Der Zugang zur Höhle erfolgt durch das nagelneue Rasthaus, das erst im vergangenen Sommer seiner Bestimmung übergeben worden ist. Hier findet sich auch eine kleine Dokumentation zur Höhle, in der Entdeckung, Erforschung und der Ausbau zur Schauhöhle dargestellt werden. Zudem gibt es Informationen zum geologischen Aufbau und zum Karst der Schwäbischen Alb. In Kürze soll im Rasthaus auch wieder ein Höhlenmuseum eingerichtet werden.
Wer bei Sonnenwetter die Laichinger Tiefenhöhle besucht, der hat vor oder
nach dem Gang durch die ¸¸Unterwelt'' noch Gelegenheit zu einem Picknick auf
dem großen Freizeitgelände rund ums bewirtschafte Rasthaus. Hier warten auf
Kinder allerhand Spielgeräte, zudem gibt es Grillstellen, teilweise sogar
überdacht.
Laichingen liegt verkehrsgünstig nahe der A 8 zwischen Stuttgart und Ulm. Von Stuttgart kommend verlässt man die Autobahn am besten über die Behelfsausfahrt Hohenstadt und fährt über Hohenstadt nach Laichingen (etwa acht Kilometer). Die Tiefenhöhle befindet sich etwa ein Kilometer südlich von Laichingen. Von Hohenstadt oder Westerheim kommend muss man die Stadt durchqueren. Am Marktplatz folgt man der Beschilderung nach Blaubeuern und Münsingen und biegt am Ortsausgang links ab.
Die Laichinger Tiefenhöhle ist bis Oktober (Ende der Herbstferien) täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene fünf Mark (Gruppe 4,50 DM), für Kinder vier Mark (Gruppe 3,50 DM).
Führungen finden sonntags nach Bedarf statt. Weitere Informationen gibt es im Höhlenrasthaus unter Telefon 07333/5586 oder im Internet unter der Adresse: www.tiefenhoehle.de
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