Laichingen. Knapp eine Million Mark hat der Höhlen- und Heimatverein Laichingen (HHVL) für ein neues Rasthaus an der Tiefenhöhle investiert. Am 2. Juli soll das Gebäude eingeweiht werden. Das Höhlenmuseum soll im Frühjahr 2001 wiedereröffnet werden.
Nahezu 40.000 Besucher wagen sich jährlich über Stufen und Treppen rund 55 Meter tief in den Bauch der Schwäbischen Alb, um beim Gang durch das elektrisch ausgeleuchtete Karstobjekt sowohl den Schichtaufbau der Weißjura-Kalke wie auch Verkarstungsprozesse und Karststrukturen begutachten zu können. Nicht umsonst wird die Laichinger Tiefenhöhle deshalb auch als "geologisches Röntgenbild der Schwäbischen Alb" bezeichnet. Über den Höhleneingang hat der 530 Mitglieder zählende HHVL 1958 ein Höhlen- und Rasthaus gebaut, das 1960 durch ein kleines Museum erweitert wurde. Dieses mehr als 40 Jahre alte Gebäude entsprach mit seiner baulichen Substanz und den Sanitäreinrichtungen nicht mehr den heutigen Erfordernissen, erläutert Vorsitzender Rolf Riek Abriss und Neubau. Der Beschluss dazu war vor drei Jahren gefasst worden. Ein Wettbewerb unter drei heimischen Architekten führte zur jetzt realisierten Lösung.
Das neue Gebäude ist deutlich größer geworden, der Eingangsbereich wesentlich geräumiger. Auch die künftige Museumsfläche ist doppelt so groß wie früher. Die Sitzplatzzahl im Rasthaus wurde bei etwa 55 belassen, allerdings bietet ein direkt angegliedertes Nebenzimmer weitere 30 bis 35 Plätze, so dass künftig auch Tagungen, Symposien oder Feierlichkeiten mit bis zu 100 Personen im Höhlenhaus möglich sind. Die Bewirtschaftung erfolgt weiterhin in Eigenregie, Wanderer und Höhlenbesucher erhalten Vesper, Getränke oder Kaffee und Kuchen.
Durch Oberlichter, Glasfronten und große Fenster wurde das Gebäude hell und freundlich. Der eigentliche Zugang zur Höhle blieb in seinem früheren Zustand erhalten, vom Eingangsbereich führt aber eine breite, geschwungene Treppe hinab zum Höhleneinstieg. Der Besucher verläßt nach seinem Rundgang die Höhle schließlich wieder durch das Werkstattgebäude, dass der Verein 1975 errichtet hat.
Das neue Höhlenhaus hat der Verein fast ausschließlich selbst finanziert, es gab lediglich einen 20.000-Mark-Zuschuss von der Stadt Laichingen. Auch das Museum, das bis zum Frühjahr 2001 wieder besucht werden kann, wird noch einmal mit 20.000 durch die Stadt Mark bezuschusst. "Für die Museumseinrichtung sind wir stark auf Sponsoren angewiesen", macht Vorsitzender Riek denn auch deutlich.
Die Einweihung am 2. Juli erfolgt mit einem musikalischen Frühschoppen ab 10.30 Uhr, bei dem sowohl Laichingens Bürgermeister Friedhelm Werner als auch Rolf Riek und Vertreter der Höhlenforscherverbände Grußworte sprechen werden.
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