Laichingen (sz) - Jeden Monat veranstaltet S4 Schwabenradio eine Hörerwanderung im Sendegebiet. Die Touren werden von den Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins ausgewählt. Dieses Mal fiel die Wahl auf Laichingen. Und welche Wanderung liegt da näher, als ein geologischer Erkundungsgang entlang des eher unbekannten "Karstkundlichen Wanderweges"?
Richard Frank vom Höhlen- und Heimatverein Laichingen übernahm die Wanderführung, unterstützt von Harald Kirsamer, ebenfalls HHVL, und den beiden Organisatoren vom Albverein, Heinz Rauscher und Peter Schott. Zusammen mit dem Radioteam um Matthias Schneider und mehr als 170 Wanderern startete man am Parkplatz der Tiefenhöhle. Zunächst geht es zum Aussichtspunkt "Boschenen", von dem man einen sehr guten Blick über Laichingen hat.
Deutlich sieht man, daß Laichingen in einer Senke angelegt ist. Diese Senke ist ein ehemaliger Vulkan, auf dessen Grund sich Wasser ansammeln konnte. Wie bei fast allen anderen Alb-Gemeinden auch, war diese Hüle der ausschlaggebende Punkt für ihre Entstehung. Wasser ist im Karstgebiet "Schwäbische Alb" Mangelware. Gewässer gibt es auf der Hochfläche ausser den Hülen, auch Hülben genannt, keine. Weiter geht es wieder zum Verbindungsweg zur Höhle, dann biegt man nach der Brücke links ab, überquert die Straße von Suppingen und wandert den schönen Waldweg ins Erbsental Richtung Feldstetten. Nächster Halt ist die "Feldhüle". Ein Erdloch wurde mit Lehm abgedichtet, so erhielt man einen kleinen Teich als Viehtränke. In den 50er Jahren war wohl der landwirtschaftliche Platzverbrauch so hoch, daß man die Hüle verfüllte, um Ackerland zu erhalten.
Doch in den 80er Jahren haben Naturschutzgruppen die Hüle wieder angelegt, als Wahrzeichen unserer Karstlandschaft. Entlang des Tales, am Skilift vorbei, geht der Weg quer über die Wiese hinauf zum Waldrand. Dort wandert man entlang, bis ein asphaltierter Weg von rechts kommt und folgt diesem nach links in den Wald. Dort führt der mit "K" gekennzeichnete Weg direkt zum Hohlen Stein, einer Überdachungshöhle.
Steigt man den schmalen Pfad durch den Wald weiter an, so kommt man auf einen breiten Wirtschaftsweg und folgt ihm nach rechts. Nach der zweiten Jägerleiter biegt man links ab und hält sich immer links. So gelangt der Wanderer zur Hagsbuchhütte und der Hagsbuchhüle. Die Hüle wurde künstlich angelegt und diente als Viehtränke. Auf dem Weg dorthin hat man einen wunderbaren Blick über die Kuppenalb. Über fruchtbaren Tälern erheben sich bewaldete Kuppen, die ihren Ursprung im Jurameer haben.
Es handelt sich hierbei um versteinerte Schwammriffe. Den breiten Fahrweg entlang geht es dann Richtung Heroldstatt-Ennabeuren, um den Hagsbuch herum, durch den Wald wieder ins Tal. Mit etwas Glück findet man mitten auf der grünen Wiese einen Schachtdeckel. Unter ihm verbirgt sich die 212 Meter lange Marteren-Klufthöhle. Im Tal angelangt führt der Weg parallel zu den Hochspannungsleitungen in Richtung Suppingen. Entlang der Landstraße, dann unter ihr hindurch kommt man auf dem ausgeschilderten Weg wieder zur Tiefenhöhle. Gemütlich ist diese etwa acht Kilometer lange Strecke in drei Stunden zu bewältigen. Für Kinderwägen wird es im Bereich Hagsbuch problematisch.
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