Aktuelles aus der Presse

Nicht die touristische Attraktion steht im Vordergrund, sondern das Kennenlernen der Höhle

Interview mit Rolf Riek

Der Höhlen- und Heimatverein reißt sein Rasthaus bei der Tiefenhöhle ab und ersetzt es durch ein größeres und repräsentativeres Gebäude (die SZ berichtete). SZ Mitarbeiterin Susanne Urban sprach darüber mit dem Vereinsvorsitzenden Rolf Riek.


SZ: Warum wird ein neues Rasthaus gebaut?

Riek: Das derzeitige Gebäude, die bauliche Substanz und Sanitäreinrichtungen, entspricht nicht mehr den heutigen Erfordernissen. Deshalb wird es komplett abgerissen. Zudem wird der Gastraum so umgestaltet, daß die Bewirtschaftung von Museum, Schauhöhle und Rasthaus von einer einzelnen Person bewerkstelligt werden kann.


SZ: Wie wird das neue Gebäude aussehen?

Riek: Es wird deutlich größer werden, der Eingangsbereich wesentlich geräumiger, die Museumsfläche verdoppelt. Die Sitzplatzzahl wird auf dem derzeitigen Stand von etwa 50 belassen. Durch Oberlichter, Glasfronten und große Fenster soll das Gebäude hell und freundlich werden. Der eigentliche Zugang zur Höhle bleibt in seinem jetzigen Zustand erhalten vom Eingangsbereich führt dann aber eine breite, geschwungene Treppe hinab. Außen wird an mehreren Stellen Naturstein verarbeitet.


SZ: In welcher Art wird das Museum verändert?

Riek: Das Museum wird völlig neu gestaltet. Arbeitsgruppen mit Fachleuten arbeiten bereits daran. Die Ausstellung soll einen höheren didaktischen Stellenwert bekommen. Im Vordergrund steht nicht die touristische Attraktion, sondern das Kennenlernen der Höhle, die Wissensvermittlung über Höhle und Karst allgemein.


SZ: Sind Eigenleistungen geplant? Wie hoch sind die Kosten angesetzt?

Riek: Der Rohbau wird von Firmen errichtet. Wir sind etwas in Zeitdruck, denn Rohbau und Dach sollen ja noch vor dem Winter fertig werden. Den Innenausbau machen wir dann soweit wie möglich selbst. Alles in allem sind Kosten von rund 750.000 Mark veranschlagt.


SZ: Wird der Schauhöhlenbetrieb dadurch beeinträchtigt?

Riek: Das wollen wir natürlich vermeiden. Auch nach Baubeginn in diesem Jahr soll die Höhle geöffnet bleiben. Wir können den jetzigen Ausgang nutzen, eventuell behelfen wir uns mit Containern. In der Saison 2000 können wir dann bereits das neue Gebäude nutzen.