Aktuelles aus der Presse

Urgeschichtliches Museum:

Ein Steinzeit-Orchester formiert sich

Blaubeuren (sz) - Das Schwirrholz sirrt, die Trommel dröhnt, die Flöte tönt: Mit dem Thema "Steinzeitklänge" bietet das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren seinen Besuchern in der Saison 1998 etwas ganz Besonderes. Auch die Sonderausstellung "...die mit dem Rentier lebten" ist neu arrangiert worden.

Waren Schwirrholz, Trommeln, Rasseln und Flöten in der Steinzeit Musikinstrumente oder Jagdhilfsmittel oder beides? Dies zu klären dürfte schwierig sein, sicher ist aber, daß die Urahnen aus der Steinzeit solche Instrumente gekannt haben. In der Geißenklösterlehöhle bei Blaubeuren-Weiler und an anderen Fundstellen sind Flöten aus Schwanenknochen entdeckt worden.

Aus der Völkerkunde sind die anderen Instrumente bekannt, die sich Friedrich Seeberger vom museumspädagogischen Arbeitskreis als Vorlage genommen hat. Er demonstriert beim Steinzeitkurs zum Mitmachen, wie sie sich mit eiszeitlichem Werkzeug nachbauen lassen. Die Feuersteinklingen und -sägen hat er ebenfalls in langen Arbeitsstunden rekonstruiert.

Am Samstag, 25. April und 9. Mai, werkeln Besucher unter seiner Anleitung. Im Oktober wird die Reihe fortgesetzt und endet möglicherweise mit der Premiere eines Cro-Magnon-Orchesters.

Wer sich für den Ackerbau in der Jungsteinzeit interessiert, kann am 9. Mai unter Leitung von Frank Trommer einen Grabstock sowie einen Pflug herstellen und damit ein Feld bestellen. Am 20. Juni werden eine Sichel und ein Dreschflegel hergestellt. Das Feld wird weitergepflegt und ein Weidenzaun geflochten. Am 19. September soll ein Backofen gebaut und das Korn geerntet werden. In den Ofen wird dann am 10. Oktober das Brot aus dem eigenen Getreide geschoben. Zuvor wird gedroschen und gemahlen.

Vom 3. bis 7. Juni bietet das Museum eine Exkursion zu den archäologischen Fundstellen zwischen Frankfurt und Bielefeld an. Am morgigen Sonntag, 19. April, geht es unter Führung von Hans Peter Kocher von 9 bis 18 Uhr zuerst ins Blaubeurer Museum (dort ist auch der Treffpunkt) und dann durchs Achtal. Am 9. Mai steht das Obere Donautal auf dem Programm. Eine archäologische Radtour von Ehingen nach Blaubeuren wird am 27. Juni angeboten. Solche Wanderungen sind auf Anfrage auch zu anderen Terminen möglich.

Ein Steinzeit-Ferienprogramm für Kinder gibt es nach dem Ansturm im vergangenen Jahr auch in dieser Saison und zwar vom 29. bis 31. Juli. Vier Kindersonntage gehören den Sechs- bis 14jährigen. Am 28. Juni geht es um das Thema Beleuchtung in der Steinzeit, am 26. Juli wird überlegt, wie die Frühmenschen schwere Lasten transportierten, am 30. August geht es um die ersten Schuhe und am 27. September darum, wann die ersten Häuser errichtet wurden. Immer lohnenswert ist ein Besuch in der Sonderausstellung "... die mit dem Rentier lebten". Sie wurde in diesem Jahr neugestaltet und zeigt Funde aus dem Leben der Rentierjäger an der Schussenquelle, aber auch von den Menschen, die damals durchs Achtal gezogen sind. Dazu gibt es sehr anschauliche Erläuterungen. Projekttage, Leben wie ein Höhlenmensch, Kleinkinderaktionen, Kindergeburtstage oder Kurzaktionen für groß und klein – all dies kann von Privatpersonen oder Gruppen bestellt werden. Ein Faltblatt informiert über das Themenspektrum. Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 0 73 44 / 92 10 30. Das Museum ist dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr und am Wochende von 10 bis 17 Uhr geöffnet. (19.04.1998)