Karlsruhe (dpa/lsw) - "Fledermäuse brauchen unsere Hilfe" - unter diesem Titel hat die Landesanstalt für Umweltschutz (LfU) Baden- Württemberg eine neue Broschüre herausgegeben. Sie enthält viel Wissenswertes über die vom Aussterben bedrohten Tiere und konkrete Tips zu ihrem Schutz. Ob Abendsegler, Mausohr-, Langohr- oder Zwergfledermaus - die 22 im Südwesten vorkommenden Arten sind zwar durch ihre nächtliche Lebensweise und ihren geräuschlosen Flug manchem Menschen unheimlich. Mit blutrünstigen Vampiren haben sie aber nichts gemein: Sie ernähren sich ausschließlich von Insekten.
Nach Angaben der LfU vom Dienstag sind die Fledermausbestände im Land in den vergangenen drei Jahrzehnten erschreckend zurückgegangen - und dies, obwohl die Vögel unter Naturschutz stehen. So wurden in der Sontheimer Höhle auf der Schwäbischen Alb 1955 noch mehr als 1 000 Fledermäuse gezählt. 1976 lebten nur noch zwei Prozent des ursprünglichen Bestandes. Inzwischen hat sich die Population wieder etwas erholt und ist auf etwa 250 Tiere angewachsen.
Als Hauptursache für den Rückgang werden die Zerstörung ihrer Wohnquartiere, Umweltgifte und eine veränderte Landschaft angenommen. So seien zahlreiche Winterquartiere verloren gegangen, weil Höhlen, Stollen und Gewölbe aus Sicherheitsgründen mit Mauern oder Stahltüren verschlossen wurden. Einfache Maßnahmen wie Einflugschlitze in Mauern oder fledermausgängige Gitter könnten für einen geeigneten Überwinterungsplatz von Oktober bis März sorgen. Die LfU erinnerte aber daran, daß die Fledermäuse in dieser Zeit nicht aufgeschreckt werden dürfen, da sie sonst einen großen Teil ihrer Energiereserven verlieren.
Im Sommer wohnen sie in Baumhöhlen oder auch in Kirchtürmen und Hausdächern. Fledermausfreunde können mit speziellen Ziegeln oder Fledermausnistkästen helfen. Zugleich appellierte die Behörde an Hausbesitzer, fledermausverträgliche Holzschutzmittel zu verwenden oder Holz mit Heißluftverfahren zu behandeln.
Die häufigste und zugleich kleinste heimische Fledermaus ist die daumengroße Zwergfledermaus. Die größte ist der handgroße Abendsegler. Ihre Beute finden Fledermäuse mit Hilfe der Echo-Ortung. Sie senden dazu starke, für den Menschen unhörbare Ultraschallaute aus, die - wenn sie auf ein Insekt oder einen anderen Gegenstand stoßen - reflektiert werden. Die Art des Echos verrät der Fledermaus die Beute. Bei ihrer nächtlichen Jagd entfernen sich die Tiere bis zu zehn Kilometer von ihren Ruheplätzen.
Die Broschüre kann kostenlos bei der LfU-Verlagsauslieferung, der JVA Mannheim, Herzogenriedstraße 111, 68169 Mannheim, Fax 0621/398- 370 bestellt werden.
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