Alfred Bögli (1912-1998) zum Gedenken

Im Alter von 85 Jahren ist der bekannte Geologe, Geograph und Höhlenforscher Prof. Dr. Alfred Bögli in Hitzkirch/Kanton Luzern in der Schweiz verstorben.

Alfred Bögli wurde am 1.4.1912 in Bern geboren. Dort studierte er Geographie, Mineralogie, Petrographie, Biologie und Chemie und schloß 1935 sein Studium mit dem Lehrpatent für Sekundarschulen ab. Nach weiteren Studienjahren an der Universität Fribourg promovierte er 1939 zum Doktor phil. Nat. Böglis weiterer beruflicher Werdegang war mit der Lehrerausbildung in naturwissenschaftlichen Fachern verbunden. In seiner Freizeit hat er sich neben glazialmorphologischen Studien mehr und mehr mit dem alpinen Karst um das Muotagebiet ostlich des Vierwaldstatter Sees befaßt. Dadurch kam er auch mit dem Hölloch und der Höhlenforschung in Berührung. Das Hölloch, in dem er 1952 über 220 Stunden eingeschlossen war, ließ ihn auch zeitlebens nicht mehr los. Seit 1951 betreute Alfred Bögli die wissenschaftliche Höllochforschung.

Seine wissenschaftlichen Forschungen und Untersuchungen bezogen sich auf Kleinformen im Karst (z.B. genetisches System der Karrenformen), auf die Morphologie der Räume und Gänge in Höhlen, auf die Hydrographie des Karstes, auf Bestimmungen des Kalkabtrags in Karstgebieten unter Einfluß von Klima und Vegetation und schließlich auf Lösungsvorgänge des Kalksteins, woraus er die für die Karst und Höhlenkunde bahnbrechende Mischungskorrosion formulierte. Hiermit habilitierte sich Bögli 1970 an der Universität Zürich. Dort sowie an der Universität Frankfurt hatte er Lehraufträge und hielt Vorlesungen zum Problem des Karstes.

Über den Karst und die Höhlen veroffentlichte Alfred Bögli zahlreiche Bildbände, Sach- und Lehrbucher. Die auch ins Englische übersetzte "Karsthydrographie und physische Speläologie" faßt Böglis wissenschaftliches Werk zusammen.

Mit Alfred Bögli verliert die internationale Fachwelt einen angesehenen und verdienten Wissenschaftler, die Höhlenforschung einen treuen Kameraden und lieben Freund.

Hans Martin Luz und Wolfgang Ufrecht