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Ein kurzer Überblick über die Geschichte der wissenschaftlichen Höhlenforschung


  
1665Athanasius Kircher versucht, in seinem Werk Mundus subterraneus das Phänomen des Zirknizer Sees zu erklären.
1670-80Johann Freiherr von Valvasor forscht im Karst von Slowenien. 2.800-seitige Monographie mit Zeichnungen und Karten (keine Vermessung von Höhlen). Untersucht unterirdische Abflüsse des Wassers.
1702Plan der Baumannshöhle im Harz: erster deutscher Höhlenplan, der auf eine Vermessung zurückgeht.
1747Joseph Nagel, Wiener Mathematiker, wird vom Hof beauftragt, die größeren Höhlen des Habsburger Reiches zu erforschen und zu kartographieren.
1753Erster Höhlenplan der Sontheimer Höhle durch Prälat Weißensee.
1861Oscar Fraas, Stuttgarter Paläontologe und Urgeschichtler, gräbt im Hohlenstein (Lonetal/Schwäbische Alb): Beginn der paläontologischen Höhlenforschung auf der Schwäbischen Alb.
1873Gründung des weltweit ersten Höhlenvereins in Wien.
1889Gründung des Schwäbischen Höhlenvereins. Ziele laut Satzung: "Erforschung von Höhlen und des damit in Zusammenhang stehenden Gebietes in geologischer, paläontologischer, anthropologischer, zoologischer und botanischer Hinsicht".
1891Edouard Alfred Martel (Frankreich) vergiftet sich, als er aus einer Karstquelle trinkt. Nach seiner Genesung verfolgt er den unterirdischen Wasserverlauf zurück und entdeckt in einer Doline den Kadaver eines Kalbes als Ursache seiner Vergiftung. Durch seine Erkenntnisse werden Gesetze (1902) zur Reinhaltung von Quellen und deren Einzugsgebiete erlassen, was die Zahl der Typhustoten in Europa halbiert.
1951Gründung eines zentralen Höhlenkatasters für die Schwäbische Alb durch die Arbeitsgemeinschaft Schwäbischer Höhlenfreunde.
1965Gründung des Weltverbandes der Höhlenforscher UIS (Internationale Union für Speläologie).