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Fledermäuse – kleine Nachtgespenster


Fossile Fledermäuse

Bild: Böttinger Marmor mit Fledermaus.
Aufnahme: Jochen Duckeck
Bild: Abguß einer Fledermaus im Böttinger Marmor.
Aufnahme: Jochen Duckeck

Die ältesten Fledermäuse sind etwa 50 bis 53 Millionen Jahre alt. Es handelt sich um versteinerte Funde aus Wyoming, USA. Nur wenige Millionen Jahre jünger sind die berühmten Exemplare aus der Grube Messel bei Darmstadt. Auch von der Schwäbischen Alb gibt es Funde, nämlich aus etwa 15 Millionen Jahre alten Seesedimenten des Randecker Maars sowie aus ebenso alten Thermalsinterkalken bei Böttingen (Münsingen).


Bereits diese Fledermäuse zeigen schon die typischen Merkmale dieser Säugerordnung, die gegenüber den heute lebenden Arten nahezu unverändert sind: nämlich die Fähigkeit zum aktiven Flug und zur Echoortung.

Aus dem Böttinger Marmor sind einige wenige Exemplare aus der Familie der in den Tropen und Subtropen verbreiteten Bulldoggfledermäuse bekannt. In Europa, vor allem im Mittelmeergebiet, kommt heute nur noch eine Art vor.


Die Fledermäuse im Böttinger Marmor sind auf ungewöhnliche Art erhalten, denn ihre Körper liegen als Hohlraum im Gestein vor. Mit einem Abguss ist es möglich, feinste Einzelheiten des Körperbaus zu erkennen. Das gilt auch für die in Fossilien üblicherweise nicht überlieferten Weichteile, wie Flughaut oder Fell.

Besonderheiten des Körperbaus

Bild: präparierte Fledermaus in beleuchteter Vitrine.

Trotz ihrer Fähigkeit zum aktiven Flug sind auch die Fledermäuse wie typische Säugetiere gebaut. Die Vorderextremitäten sind zwar zu Flügeln geworden, sie können aber auch zur Fortbewegung auf dem Boden und zum Klettern an Baum und Fels eingesetzt werden. Die Unterarme sind enorm verlängert. An den kleinen Handwurzelknochen setzen die langen Mittelhandknochen der vier ebenfalls verlängerten Finger und des Daumens an. Der Daumen ist kurz und hat als einziger Finger eine Kralle. Die eher schwachen Beine stützen den Körper beim Laufen und Klettern, dienen jedoch vorrangig zur typischen "Hängehaltung" mit dem Kopf nach unten.


Der Schädel zeichnet sich durch ein kräftiges Gebiss aus. Am Gebissbau ist zu erkennen, dass Fledermäuse nicht, wie der Name vermuten lässt, zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia), sondern zur Verwandtschaft der Insektenfresser (Insectivora) gehören. Fledermäuse bilden aber zusammen mit den Flughunden die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera"Handflügler").