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Der Lebensraum Höhle am Beispiel eines Tageslichtschachtes


Tageslichtschächte sind Pforten, an denen der Lebensraum Höhle mit der Außenwelt in Verbindung steht. An solchen Stellen gelangen verschiedene Tierarten in die Höhle. Während manche aufgrund ihrer Lebensansprüche im Höhlenlebensraum längere Zeit überleben können, gehen andere schnell zu Grunde. An solchen Pforten fällt auch Laub, Holz und anderes organisches Material in die Höhle und bietet Nahrung für eine vielfältige Artengemeinschaft.


(1) Der Braunstielige Streifenfarn (Asplenium trichomanes) und die größere Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium) sind ausgesprochene Schattenpflanzen, welche nur an feuchtkühlen Felswänden wachsen. Sie besiedeln daher auch oft die Schachtöffnungen.
(2) Das Große Mausohr (Myotis myotis) zählt zu unseren häufigsten Fledermausarten. Es hält sich auch während der Sommermonate tagsüber oft in Höhlen auf, die nachts zur Jagd wieder verlassen werden.
(3) Der Siebenschläfer (Glis glis) ist ein sehr gewandter Kletterer. Er baut sein Lager nicht nur in Baumhöhlen, sondern auch in den Eingangsbereichen der Karsthöhlen.
(4) Der Lederlaufkäfer (Carabus coriaceus) ist unsere größte Laufkäferart und lebt in feuchten Schluchtwäldern. Zusammen mit anderen Laufkäferarten wird er regelmäßig am Grund von Schächten gefunden. Aufgrund seiner räuberischen Lebensweise kann er dort für einige Zeit seinen Nahrungsbedarf decken.
(5) Der Steinkriecher (Lithobius) ist ein Hundertfüßler, der unter Steinen und Baumrinde Insekten jagt. Auf der Nahrungssuche kann er auch in Tageslichtschächte eindringen, wo für ihn optimale Lebensbedingungen herrschen.
(6) Eigenartige, oft meterlange wurzelartige Gebilde, aus deren Enden baumpilzartige Schimmelpolster herauswuchern, haben schon viele Höhlenforscher verblüfft. Es sind dies Pilzgeflechte, sogenannte Rhizomorphen, welche auf totem Holz leben. Aus Lichtmangel können diese Pilze keine Fruchtkörper bilden.
(7) Feuersalamander (Salamandra salamandra) halten sich auch den Sommer über gern am Grund von Tageslichtschächten auf. Hier ernähren sie sich von den Kleintieren, die in den Schacht hineinfallen.
(8) Ein Fuchs (Vulpes vulpes) ist bei der Nahrungssuche in den Schacht gefallen und an seinen schweren Verletzungen verendet. Sein Kadaver diente der Lebensgemeinschaft am Schachtgrund lange Zeit als Nahrung.