| Mit zunehmender Tagferne nähern sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstanten Werten. Daher weisen Höhlen verschiedene Lebensregionen auf, die sich in ihren klimatischen Bedingungen voneinander unterscheiden. Um die damit verbundene Veränderung des Lebensraums Höhle genauer zu beschreiben, unterscheidet man 3 Regionen: die Eingangsregion, die Übergangsregion und die Tiefenregion. Beim Gang durch die Höhle lernen Sie diese Regionen mit einigen der dort vertretenen Tierarten kennen. |
Höhlen haben vielfältige Eingangsregionen, in denen sich Außenweltbiotope mit dem Höhleninneren verzahnen. Hier machen sich tagesbedingte Temperaturschwankungen und der Einfluss des Tageslichtes bis hin zur direkten Sonneneinstrahlung noch bemerkbar. Das Gedeihen von Schattenpflanzen ist in dieser Region gut möglich.
Es gibt keine Tierarten, die ausschließlich in der Eingangsregion von Höhlen vorkommen. Aber für einige Arten, die an schattig-feuchte Lebensräume angepasst sind, bieten die Eingangsregionen der Höhlen geradezu optimale Lebensbedingungen. Solche Tiere sind aufgrund ihrer Lebensweise dem Lebensraum Höhle gut angepasst und können dort leben, ohne ihn regelmäßig verlassen zu müssen. Man bezeichnet solche Tierarten als Höhlenbevorzugende oder Eutroglophile. Zu diesen Tieren zählen die Höhlenkreuzspinne (Meta menardi) und ein seltener Weberknecht, der Schneckenkanker (Ischyropsalis hellwigi).
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| Bild: Schneckenkanker (Ischyropsalis hellwigi) Aufnahme: Dr. Heiko Bellmann |
Nur selten wird in einer Höhle der Schneckenkanker (Ischyropsalis hellwigi) beobachtet. Die Tiere führen ein sehr verborgenes Leben. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Gehäuseschnecken, die sie mit ihren zu Scheren umgewandelten Mundgliedmaßen vom Gehäuserand her Stück für Stück aufbrechen.
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| Bild: Höhlenkreuzspinne (Meta menardi) Aufnahme: Christian Fischer |
Besonders eindrucksvoll ist die in windgeschützten Nischen der Eingangsregion häufig anzutreffende Höhlenkreuzspinne (Meta menardi). Im Spätsommer baut das Weibchen einen bis zu 2 cm großen weißen Eikokon, den es mit einem Faden an die Höhlendecke heftet. Die Jungen schlüpfen dann ab Herbst. Einige von ihnen gehen auf Wanderschaft und suchen sich neue Höhlen.
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