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Sinter - Schmuck der Höhlen


Stalaktit

Wachstumsgeschwindigkeit

Bild: gesägter und geschliffener Sinter mit Marmor-ähnlichen Strukturen.
Aufnahme: Jochen Duckeck

Bei Führungen in Schauhöhlen werden häufig Wachstumsraten von Tropfsteinen genannt. Dies sind jedoch bestenfalls Durchschnittswerte, denn jede Tropfstelle hat ihre Eigenheit. Manche sind das ganze Jahr über aktiv, andere nur nach Niederschlägen. Klimaschwankungen in der Vergangenheit haben das Wachstum mehrmals für längere Zeit unterbrochen.


Nach theoretischen Berechnungen kann bei langsamer, aber regelmäßiger Tropfaktivität ein Stalagmit in unseren Mittelgebirgslandschaften um 0,5 bis 1 Millimeter pro Jahr wachsen. Bei schlanken Kerzenstalagmiten kommen so zwischen 50 und 100 Zentimeter in 1.000 Jahren zusammen. Bei Annahme einer schnellen Tropfenfolge verlangsamt sich das Wachstum auf etwa 0,05 Millimeter pro Jahr bzw. 5 Zentimeter pro 1.000 Jahre.


Auch Veränderungen im Querschnitt eines Stalagmiten sind durch unterschiedliche Niederschlagsmengen bedingt. Im Laufe des Wachstums abnehmende Durchmesser deuten auf eine Klimaphase zunehmender Trockenheit. Zunehmende Durchmesser lassen dagegen auf einen Anstieg der Feuchtigkeit schließen.


Schichtung im Sinter

Bild: durchgesägter Stalagmit mit Schichtung.
Aufnahme: Jochen Duckeck
Bild: Schichtung im Sinter.
Aufnahme: Jochen Duckeck

Vor allem Stalagmiten und Bodensinter zeigen einen ausgeprägten schichtigen Aufbau mit unterschiedlich dicken und wechselnd hell und dunkel gefärbten Lagen. Jede Schicht wurde durch einen langsam fließenden Wasserfilm erzeugt, aus dem Kalk in jeweils spezifischer Dicke abgeschieden wurde. Die Farbtönung der Lagen beruht wahrscheinlich auf Anreicherung von Humin- und Fulvosäuren.


Bei Stalagmiten sind die entstehenden Kalkschichten an der Auftropfstelle in der Mitte am dicksten und werden zur Peripherie hin dünner. Das Wachstum ist am besten mit dem sukzessiven Übereinandersetzen haubenförmiger Lagen zu beschreiben. Die Schichtung im Sinter hat nichts zu tun mit einem jahreszeitlich gesteuerten radialen Wachstum, wie wir es von Bäumen kennen.