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| Bild: Durch Deckenverbruch geöffnete Karströhren.
Illegaler Harem, Totes Gebirge (Österreich) Aufnahme: Wolfgang Ufrecht |
Der Lebenslauf einer Höhle ist mehrphasig. Im Anfangs- und Frühstadium sind die Klüfte und die daraus erweiterten Röhren, die Anastomosen, vollständig Wasser erfüllt (phreatische Phase). Das Wasser steht unter Druck, seine Fließgeschwindigkeit beträgt nur wenige Zentimeter pro Tag. Es strömt in Richtung des größten Druckgefälles zur Vorflut, also zu oberirdischen Gewässern am Rand des Karstgebietes. Dabei werden im Lauf der Zeit in einer Art natürlicher Auslese einzelne Röhren schneller erweitert als andere. Sie wirken fortan als Wassersammler und bilden den Ur-Ast eines daraus wachsenden Höhlensystems.
Günstige Voraussetzungen für die Entstehung einer für die Höhlenbildung notwendigen "Ur-Röhre" (Anastomose) bieten Schichtflächen und Klüfte. Besonders gut geeignet sind die Schnittlinien zwischen den beiden genannten Grenzflächen. Zufallsbedingt kann sich eine von vielen Röhren zum "Sammler" entwickeln. Dieser ist der Ursprung für einen sich daraus entwickelnden Höhlengang. Nach Berechnungen von Wolfgang Dreybrodt ist die Entstehung eines 1 m breiten, röhrenartigen Höhlengangs schon nach 10.000 Jahren möglich.
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Durch spätere Raumerweiterung sind die Anastomosen meist zerstört und nur selten noch als unten offene Kanäle und Rinnen in der Höhlendecke erhalten. Anastomosen sind typische Formen der phreatischen Zone.
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| Bild: Aus Ur-Röhren (Anastomosen) entstehen begehbare Höhlen.
Anastomosen sind typische phreatische Formenelemente.
Aufnahme: Jochen Duckeck |
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