| Zur Zeit des Schwarzen und Braunen Juras wurden vorwiegend Tonsteine, Mergelkalke und Sandsteine abgelagert. Dagegen entstanden zur Zeit des Weißen Juras sowohl gut geschichtete Kalkstein-Mergelserien als auch ungeschichtete und massige Riffkalke mit Schwämmen und Korallen. Die oberen Weißjurakalke wurden nachträglich stellenweise in dolomitische Kalke umgewandelt. |
Karsthöhlen kommen nur im Weißen Jura vor. Dort sind sie in den mergelarmen Kalksteinserien in zwei Karststockwerken entwickelt:
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| Bild: Laichinger Tiefenhöhle Grundriss. |
Schachthöhlen (z.B. Laichinger Tiefenhöhle, Todsburger Schacht) und inaktive Horizontalhöhlen (z.B. Karls- und Bärenhöhle, Sontheimer Höhle, Schertelshöhle) sind von der Albhochfläche aus zugänglich. Aktive Wasserhöhlen am Albsüdrand sind zum Teil vollständig wassererfüllt (Blauhöhle, Wimsener Höhle, Aachhöhle).
| Die Massenkalke des höheren Weißen Juras sind gut geklüftet, ohne jedoch Vorzugsrichtungen auszubilden. Die Höhlen - wie die Laichinger Tiefenhöhle - lehnen sich an Klüfte an. Die Gänge sind oft labyrinthartig verzweigt. Schichtflächen haben wenig Bedeutung als raumbestimmendes Element. |
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Höhlen im gebankten Kalkstein zeigen ein typisches kastenförmiges Raumprofil
(Wulfbachquellhöhle, Schwäbische Alb). Aufnahme: Andreas Kücha |
Aktive Wasserhöhlen und episodisch wasserführende Höhlen am Albnordrand (Mordloch, Brunnensteighöhle, Bauerloch) und auf der Südwestalb (Wulfbachquellhöhle).
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| Bild: Mordloch bei Eybach, Grundriss Vermessung: Arge Höhle und Karst Stuttgart, Hfg Kirchheim, Höhleninteressengemeinschaft Ostalb |
| In gebankten Kalken, wie der Wohlgeschichteten Kalk-Formation, ist die Schichtung gut ausgebildet, die Klüftung des Gesteins ist regelmäßig. Meistens existieren zwei senkrecht aufeinander stehende Hauptkluftrichtungen, an welche auch die Höhlengänge gebunden sind. Wie im Grundrissplan des Mordlochs bei Geislingen sichtbar, ist der Verlauf der Gangrichtung nicht willkürlich. Es treten immer wieder Vorzugsrichtungen auf. Viele Gänge sind daher auch parallel, andere nahezu rechtwinklig zueinander. |
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| Bild: Verkarstungsfähige Karbonatgesteine in Südwestdeutschland |
In Baden-Württemberg sind 40% der Landesfläche verkarstet, d.h. ohne oberirdischen Abfluss. Die Entwässerung findet unterirdisch über Klüfte, Spalten und Höhlen statt. In Süddeutschland beschränken sich solche Karstlandschaften mit ihren zahlreichen Höhlen vor allem auf die Karbonatgesteine des Oberen Muschelkalks und des Weißen Juras sowie untergeordnet auf die Sulfatgesteine im Mittleren Muschelkalk und Gipskeuper. Die klassischen süddeutschen Höhlengebiete sind die Schwäbische Alb und die Fränkische Alb.
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