Das östlichste der drei zusammengebauten Fachwerkhäuser der Kirchenburg wird Heiligenhaus, Wespennest oder auch fälschlich
Schlößle genannt.
Das Häuschen wurde nach 1600 erstellt und war wohl Wohnung des Heiligenpflegers (Kirchenpfleger), woraus sich der Name Heiligenhaus ableitet. Der Heiligenpfleger hatte über das Gängle Zugang zu den Lagerräumen des Heiligen, dem Zeughaus und dem Fruchtkasten. Hier verwahrte er das Kirchenvermögen, das aus dem Zehnten der kirchlichen Besitzungen bestand.
Der untere Teil des Gebäudes ist ein letzter, in der ursprünglichen Höhe erhaltener Rest der Wehrmauer. Deutlich ist die Diskrepanz zwischen der mächtigen, massiven Mauer und den daraufgesetzten verwinkelten Giebln und Dächern zu erkennen.
Bei der letzten Renovierung wurde versucht, das Gebäude nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in einen möglichst originalgetreuen Zustand zu versetzen. Heute befindet sich im Heiligenhaus die 1981 eingerichteten Wohnräume des Weberei- und Heimatmuseums. Sie zeigen das einfache und bescheidene Leben in den Laichinger Weberhäusern. Die typische Größe der Räume, besser ihre Kleinheit und die niedrige Decke, lassen den Besucher einen guten Eindruck von der damaligen Wohnsituation gewinnen.
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